31 Ekim 2010 Pazar

Die Zina-Gesellschaft

Die Zina-Gesellschaft

"Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!
Nähert euch nicht dem Ehebruch (Zina), das ist etwas Abscheuliches und öffnet den Weg (zum Schlechten)" [Sura 17:32]

Dieser Vers des Qur'an, eingebettet von zwei Versen, die die Verwerflichkeit des Tötens zum Gegenstand haben, geht mit zwei Begriffen über die bloße Nennung der Verwerflichkeit von Zina, was soviel heißt wie Unzucht treiben oder Ehebruch begehen, hinaus. Zunächst mit der Wendung "la taqrabu". Sie bedeutet "nähert euch nicht", d.h. im Vorfeld dessen, dass etwas Verbotenes geschehen könnte, bereits Maßnahmen treffen, die das Eintreffen des Verbotenen unmöglich machen - eine typisch islamische Maßnahme also, die man ähnlich in vielen Bereichen islamischer Lebensgestaltung antreffen kann.

Eine schöne Metapher für diese Scheu vor der Annäherung findet sich in dem Hadith über den Heiligen Bezirk einen Königs. Das Verbotene wird in diesem Hadith mit dem Heiligen Bezirk eines Königs (d.h. ALLAH) verglichen.1 Der Schafhirte, der seine Schafe in der Nähe des Heiligen Bezirkes weiden lässt, sollte seine Tiere, die er ja aufgrund ihrer Anzahl nicht völlig kontrollieren kann, nicht in der Nähe des Heiligen Bezirkes grasen lassen, um Schaden zu vermeiden. Je weiter er seine Tiere vom Verbotenen entfernt hält, desto sicherer ist er. Genau um eine solche Distanzherstellung geht es auch in dem Vers über Zina.

Warum ist es gerade bei Zina notwendig, eine Distanz herzustellen? Warum begnügt sich der Qur'an nicht einfach nur damit zu sagen "begeht keine Zina", wie es beispielsweise in den Versen davor und danach in Bezug auf das Töten geschieht? Offenbar ist das, was uns zu Zina führen könnte von einer anderen Qualität, als das, was uns zum Töten bringen könnte. Tatsächlich ist der Sexualtrieb unbestritten der stärkste Trieb des Menschen, der in seiner Intensität alles andere Begehren und Drängen des Menschen übertrifft - das Töten ist etwas, was keinem Trieb zu entspringen scheint, sondern erst als Entscheidung auf eine Begierde folgt.2

Allah hat den starken Sexualtrieb aus Weisheit in den Menschen gelegt, um das Getrennte zur Einheit zu fügen, um das Paar fest zu verschlingen, so dass nicht nur das Paar, Mann und Frau, sondern auch die an ihm hängenden Kinder und Verwandten in eine Einheit verschlungen werden. Ein wunderbares Beispiel für diesen Gedanken ist der erste Vers der Sure An-Nisaa. Dort wird das Paar als aus einer Einheit, einer nafs, geschaffen vorgestellt und im Zuge dieser Einheit wird die Verwandtschaftsbande als das, was mit dem Paar besteht, zu pflegen aufgegeben. Weil es also um die Einheit der Menschen, ja der Menschheit, geht und nicht nur um ein singuläres egoistisches Interesse, scheint das sexuelle Begehren so eindringlich zu sein - aber auch so gefährdend.

Ich komme zum zweiten Punkt der Vertiefung von Zina: der Weg, der von Zina ausgeht, kann nur ein schlechter sein; mit der Tat an sich ist das Übel noch nicht vorüber. Ein Besipiel für den üblen Weg, der von Zina ausgeht, hat man an der europäischen Gesellschaft, an der Gesellschaft, in der wir ja leben und in die wir samt unserem Glauben hineingezogen zu werden drohen. Zwei Ereignisse haben das zwanzigste Jahrhundert in Europa maßgebend geformt:

Der Erste Weltkrieg und der Zweite Weltkrieg. Nimmt man die Zeit zwischen den Kriegen als Interim, ergibt sich ein Zeitraum von etwa dreißig Jahren. eine dreißigjährige Kriegszeit, die Europa in der Tiefe ihrer sozialen Beziehungen prägte.3 Was muß es für die deutsche Gesellschaft nach 1945 bedeutet haben, dass 7,5 Millionen (!) Menschen, oft unter entsetzlichen und tragischen Umständen, getötet worden waren, wie viele Waisen, wie viele Witwen? Welche Folgen muß die demoskopisch ungleiche Geschlechterverteilung nach dem Krieg für eine an der Monogamie orientierten Gesellschaft gehabt haben? Was muß es bedeutet haben, dass Millionen von Männern durch fremde Länder zogen und dort mit Frauen anbändelten oder gar vergewaltigten? Als die Rotarmisten nach dem Fall Berlins in die Stadt einzogen und ihre "Siegesfeiern" abhielten, meldeten sich über einhunderttausend (!) Frauen, die vergewaltigt worden waren, die Dunkelziffer, die vielleicht doppelt so hoch sein mochte, gar nicht mitgerechnet.

Aber auch die deutschen Männer werden sich in den vormals eroberten Gebieten nicht gerade zimperlich benommen haben. Waren die Ehen nach dem Krieg nicht durch den Tod des Gatten zerstört, so wurden sie es oft, weil der Mann, wenn er aus dem Krieg zurückkehrte, nicht mehr der war, der in den Krieg hineinmarschiert war; aber auch die Frauen, zu denen die Männer zurückkehrten, waren nicht mehr die, die sie vormals verlassen hatten. Für die sozialen Beziehungen und die moralischen Wertvorstellungen muß der Krieg eine noch größere Katastrophe gewesen sein als er es für Sachen und Personen war. Bis in die Gegenwart hinein reichen die Folgen; die in der Nachkriegszeit Geborenen sind diejenigen, die zur Zeit Land regieren und erst vor etwa zehn Jahren ist ja die Teilung zwischen Ost und West aufgehoben worden.

Auf diese Nachkriegswelt der geschundenen Menschen traf nun etwas, worauf sie ebenso wenig wie auf den Krieg vorbereitet waren: der amerikanische Kapitalismus und der sowjetische Bolschewismus. Besonders der Kapitalismus stieß verhängnisvoll auf die zerstörten Sitten und die ramponierten Moralvorstellungen, weil der Kapitalismus die Gier nach Gütern zu einem entscheidenden Antrieb des Handelns macht. Eine Folge war das, was man so lapidar "die Sexwelle" genannt hat, so als sei etwas ohne Aussicht auf Entkommen über die Menschen hinweg geschwappt. Das, was man in Europa die Emanzipation der 68er-Generation von der "bürgerlichen" Moralbevormundung nannte, war in Wirklichkeit die nahe liegende Folge einer im Widerspruch lebenden Gesellschaft, die "Moral" sagte und sich bereits während des Krieges an ganz anderes gewöhnt hatte - ein Film wie "die Sünderin" mit Hildegard Knef scheint genau dieses Lebensgefühl auszudrücken: die reine deutsche Frau gab es nicht mehr.

Die Liberalisierungstendenzen in den 60er Jahren waren Folgen aus dem Sittenverfall während des Krieges.4 Erst jetzt hatte der Nihilismus den Radius seiner größten Wirkung erreicht. Dadurch, dass man Zina im Grunde nicht mehr für verwerflich oder unrechtmäßig ansah, war es möglich, Gegenstände, die eigentlich nichts mit Sexuellem zu tun hatten, in die Aura des Erotischen zu ziehen. Überall, wo irgend etwas aus dem Einerlei des bloß Gegenständlichen in die Aufmerksamkeit des menschlichen Blickes gezogen werden sollte, wurde es mit diesem menschlichen Trieb verbunden.5

Sexualität ist jetzt nicht mehr, wie es noch im neunzehnten Jahrhundert der Fall war, etwas Privates, das niemanden außer den Paaren etwas angeht.6 Sexualität wird in der Nachkriegszeit zu etwas Öffentlichem. Das Intimste kann heutzutage, durchaus in einer Show, vor die Leute gebracht werden, ohne dass sich jemand gestört fühlt - das Schlafzimmer existiert als Raum des Ehepaares auch gar nicht mehr.

Freiheit, Emanzipation von überholten patriarchalischen Machtansprüchen, die mit einem sogenannten überholten Ideal von Treue in Zusammenhang gebracht wurden und die "Befreiung" von Geschlechterrollen waren die Folgen der verhängnisvollen Nachkriegskonstellation. Wie dem auch sei, Kriege führen leicht zu einer Verrohung der Sitten, was dann auch hier in Europa geschehen ist. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg lösten die "Wilden Zwanziger Jahre" eine Entwicklung aus, die sich später in Amerika fortsetzen sollte.

Die Überfrachtung des öffentlichen Raumes mit sexuellen Schlüsselreizen hat genau zu der Reaktion geführt, wie wir sie schon sehr früh für die modernen europäischen Städte mit ihren Reizüberflutungen kennen: zur Abstumpfung.

Die Menschen in den Großstädten schützen sich vor der Reizüberflutung durch das, was man Blasiertheit genannt hat, sie reduzieren ihre Wahrnehmung, legen "Scheuklappen" an und laufen mit dem für Großstädter typischen "teilnahmslosen Gesichtsausdruck" umher. Das ist nicht nur schade für die Gesprächskultur, wie man sie früher kannte. Für die Sexualität der Menschen in der Großstadt bedeutet das eine reduzierte Sexualität, eine Unterdrückung des Triebes, um nicht ständig gereizt zu werden. Die Folge der sexuellen Reizüberflutung ist zunächst einmal das Erlernen von Selbstrestriktionsmaßnahmen (Selbstkontrolle) in Bezug auf die eigene Sexualität; es ist naheliegend sich vorzustellen, dass diese Restriktionen sich auch auf den privaten Bereich ausdehnen und die Beziehung zum Partner stören:

Erotik geschieht mehr und mehr "über den Kopf" und schwächt damit die positive Kraft, die sie in der Beziehung der Paare spielen soll. Das Band der Ehe wird instabiler. Etwa in den letzten zwanzig Jahren hat sich diese Reizüberflutung verlagert; es sind nicht mehr nur die öffentlichen Räume, in denen sich die Sexualität von der Ehe abgekoppelt zeigt, in den letzen Jahren ist im Zuge der Privatisierung des Fernsehens, insbesondere durch die Satellitentechnik, all das, was vorher im öffentlichen Raum der Stadt angetroffen werden konnte, auch in den privaten Bereich vorgedrungen.

Ein Beispiel: ein Kern der Verknüpfung von Ware und Sexualität bildet die Kleidermode. Sie wird nicht von uns bestimmt, sondern diktiert, und sie wird so diktiert, dass sie dem Kommerz dient, das heißt: fast alle Moden sind körperbetont, versuchen also das Begehren in den Vordergrund zu schieben. Das führt zu eigenartigen Konstellationen. Die Moden für die Kinder werden schon so gestylt, dass sie einem erotischen Ideal der Erwachsenen nachstreben. Die Kinder kleiden und schminken sich nach erotischen Vorbildern von Stars, werden also erotisiert, was sie selbst nicht merken - was aber von Pädophilen durchaus bemerkt wird.

Die Erotisierung der Kinder durch die Mode ist eine subtile Unterminierung der Privatsphäre mit erotischer Symbolik, die das Schamgefühl löscht. Der private Bereich wird von außen bestimmt und ist damit im Grunde keiner mehr,er entspricht zumindest nicht mehr dem islamischen Ideal privater Ungestörtheit. Ein anderes Beispiel: Ein erotisches Attribut des Mannes sind breite Schultern.

Die Bekleidungsmode betont die breiten Schultern des Mannes nicht nur durch eine Verengung der Taille, sondern auch durch Hervorhebung der Schultern. Im Rahmen der sogenannten Emanzipation der Frau, die im Kern bedeutet, dass Frauen die Machtpositionen einnehmen, die Männer lange Zeit innehatten, werden nun eben diese Kleidungsmerkmale des Mannes auch für Frauen interessant. Die Pointierungen der Kleidung, die für Männer vorgesehen waren, spielen plötzlich für Frauen eine Rolle. Jede Damenjacke wird an den Schultern breiter geschnitten und mit Polstern ausgelegt, wie wenn man es mit einem Boxer oder Rugbyspieler zu tun hätte.

Die Frau wird also vermännlicht, und gerade die Distanz zwischen Mann und Frau, die eine erotische Energie erzeugen könnte, wird aufgehoben: die Frau ist gleich dem Mann, es gibt keine Attraktion, sondern eine Konkurrenz - man betrachte vor diesem Hintergrund einmal die Kleidung und die Gestik der Journalistin Sabine Christiansen! Wir Muslime wissen, dass die Differenz zwischen Mann und Frau sich auch in der Kleidung ausdrücken soll. Hier geschieht aber genau das Gegenteil. Die Gefahr von Zina entsteht, weil der Mann jetzt durch die Vermännlichung der Frau von seiner Frau auch da abgezogen wird, wo die Privatsphäre eine selbstbestimmte erotische Sphäre schaffen sollte: es gibt kein eindeutiges Geschlechtsgegenüber mehr.

Auch das führt zu einer Verkümmerung der Partnerschaft, die von außen gesteuert zu sein scheint. Dazu kommt, dass das Fernsehen bereits zu immer früheren Sendezeiten entblößte Körper oder Menschen in verfänglichen Situationen zeigt, an die sich die Fernsehzuschauer immer mehr gewöhnen. Den gesamten Tag über trifft das kommerziell orientierte Programm in alle Bereiche des Wohnens, vom Kinderzimmer bis ins Schlafzimmer. Fernsehwerbung, aber auch etwa die Plakatwerbung wird ganz offensiv mit sexuellen Reizen versehen; die Überfülle dieser Reize muß als Folge der Konkurrenz der Produkte gesehen werden, die gleichzeitig eine Konkurrenz im Entblößen ist.

Diese Symbole werden auch in normalen Sendungen aufgegriffen, in Talkshows etwa, und führen also gegenwärtig insgesamt zu einer dramatischen Senkung der Schamschwelle; exponiert wird dieser Prozeß durch das sich zur Zeit intensiv ausdehnende Internet, in dem manche Webseiten praktisch keine Tabus mehr kennen. Selbst sodomitische Praktiken perversester Art werden gezeigt und sind ein Ausdruck dafür, dass die Abstumpfung, die sich aus dem andauernden Ausgesetztsein von sexuellen Reizen ergibt, nur durch einen "Kick" durch Perverses überwunden wird. Die Tendenz geht also eindeutig in Richtung Verlust sämtlicher Schamschranken. Ausländische Muslime, die in Europa leben und aufgrund des Technologiemangels in ihren Heimatländern besonders an moderner Technik interessiert sind, werden besonders von diesem dramatischen Absinken des Schamgefühls betroffen sein.

Wer trotzdem weiter in Europa leben will, sollte darauf bedacht sein, das Schamgefühl zu schützen und sich nicht an Entwertungen dieses wichtigen Gefühls zu beteiligen. dass die Kinder, die ja von der Bildungsministerin Bulmahn sogar einen internettauglichen PC versprochen bekommen haben, ganz anders in diese Gesellschaft hineinwachsen werden als wir Erwachsene es getan haben, sollte uns dabei klar sein.

Um sich in der Situation des drohenden Verlustes des Schamgefühls am Islam zu orientieren, kann man auch auf Lösungsvorgaben aus der Lebenswelt der frühen Muslime zurückgreifen. Dort hatte man bereits das Alleinsein mit einem Menschen anderen Geschlechts außerhalb der Verwandtschaftsbande als Gefahr angesehen, als Annäherung an Zina (nachlesbar z.B. in dem Kapitel der sira über "Hadith al-ifk").

Man empfand das Alleinsein oder gar die Berührung eines nicht verwandtschaftlich gebundenen Geschlechtsgegenübers als peinlich, man schämte sich. Die Höflichkeitsformen, die Muslime gegenüber dem Muslim anderen Geschlechts kennen, sind im Kern Distanzformen aus Scham und lassen somit hintergründige Annäherungsversuche nicht zu; das, was sich im Europa der Minnezeit als die Hochachtung vor dem weiblichen Geschlecht ausdrückte, lässt sich höchstwahrscheinlich auf das Schamgefühl der Muslime zurückführen, die mit ihm den Respekt vor der Frau ausdrückten.

Die Muslime gingen sogar soweit, die Häuser und die Straßen der Viertel so anzulegen, dass es nicht zu unzüchtigen Begegnungen kommen konnte. Sie wussten genau, dass die Unzucht mit dem Voyeurismus beginnt. Ein Hadith aus der Sammlung des Buchari beschreibt einen solchen Voyeur, der in das Haus des Propheten (s), in seine Privatsphäre also, durch ein Loch hineinzuspähen versuchte. Der Prophet(s) bemerkt den Voyeur und entgegnete ihm, dass er, hätte er ihn von innerhalb des Hauses bemerkt, seinen kleinen Stock, mit dem er sich seinen Rücken zu kratzen pflegte, durch das Guckloch gestoßen hätte.7

Eine rigorose Androhung, die dem Schutzwert der vom Islam geschützten privaten Sphäre entspricht. Entsprechend der Bedeckung der Privatgemächer durch die Fassade des Hauses wird im Islam auch auf das Bedecken des Leibes durch die Kleidung geachtet. Die Entblößung, der Verlust des Schamgefühls und alles, was dazu führt, wird offenbar als Weg zu Zina angesehen. Zina kann sich im allgemeinen erst ergeben, wenn eine gewisse Liederlichkeit durch Sprache oder Gebärde entstanden ist, aufgrund der man sich getraut, seine Wünsche seinem Gegenüber mitzuteilen. Wenn die frühen Muslime die Fassaden ihrer Häuser in diesem Sinne fensterlos gestalteten - z.T. bis heute -, um bereits den Blick von außen ins Haus nicht zuzulassen, dann geschieht in Europa gegenwärtig genau das Gegenteil. Man "erweitert" die Fensteröffnungen in den Privatbereichen, um möglichst alles zu präsentieren, was innerhalb der Privatsphäre geschieht und sie im Grunde damit zu beseitigen.

Die mir im Moment bekannte extremste Form dieses Voyeurismus ist die Sendung "Big Brother", in der praktisch das "Fernsehfenster" einen Einblick für Millionen Menschen auf Personen gewährt, die offenbar ihren Spaß daran haben, sich schamlos einem voyeuristischen Publikum zu zeigen. Im Internet werden Möglichkeiten angeboten, durch geheime Kamerafenster zu schauen oder Menschen in ihrer Privatwohnung zu beobachten. Offensichtlich ist die Idee zur Sendung "Big Brother" aus der Beobachtung von Trends im Internet entstanden. Kameras für das Internet werden neuerdings in Supermärkten günstig angeboten, so dass bald mit einer neuen Qualitätsstufe des sich Entblößens und des Betrachtens zu rechnen ist, eine Stufe, die aus dem Zustand des Spektakulären in den des Alltäglichen überführt. Zina rückt so immer weiter in den Bereich des Normalen vor und wird unmerklich zu etwas Legitimen.

Wie können wir Muslime den "heiligen Bezirk" wahren? Dadurch, dass wir unser Schamgefühl pflegen und es uns nicht ausreden lassen, was man nämlich lange schon versucht hat. In der Psychoanalyse hatte man das Schamgefühl als ein Instrumentarium der Selbstunterdrückung ausgemacht, dabei ist es ein sehr feines Instrument für die Ermessung einer gesunden Distanz zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit, dazu ein Mittel zur Befreiung von der Diktatur der Triebe. "Wenn du dich nicht schämst, dann tu was du willst", heißt es im Hadith.8 Die Gefahr für das Schamgefühl ist nun, dass man sich durch die Wiederholung des Schamlosen an diesen Zustand gewöhnt und das Schamgefühl verliert. So summieren sich viele kleine Ereignisse zu der Vorstellung, das Schamgefühl sei nicht mehr zeitgemäß.

Durch die Absenkung der Schamgrenzen im öffentlichen Raum bestehen bald kaum noch Unterschiede zwischen Öffentlichkeit und Privatheit. Die Differenz kann nicht mehr wahrgenommen werden. Es gibt nichts Öffentliches mehr, weil es nichts Privates mehr gibt Das Intimste wird vor allen Menschen, im Fernsehen und im Internet, mitgeteilt. Und das Öffentliche wird über das Fernsehen dort mitgeteilt, wo es eigentlich nichts zu suchen hat, in der Privatsphäre. Für die Ehe bedeutet all das, das Fehlen eines schützenden Bezirkes, da öffentliche Interessen, zumeist kommerzieller Art, in die Privatsphäre eingreifen. Eine echte Belastung für die Partnerschaft. Die Lösung scheint zu sein, all das, was in Europa zu einer Beherrschung des Privatbereiches tendiert, so zu organisieren, dass es nur dort wirkt, wo es hingehört, in den öffentlichen Raum. Ich meine beispielsweise Folgendes:

Das Internet wirkt besonders dadurch, dass die schamlosen Angebote anonym genutzt werden können. Das Internet wird daher von vielen dazu benutzt, in einem abgeschlossenen Raum Perverses zu begaffen; in einem öffentlichen Raum würden sie sich das überlegen, denn sie könnten gesehen werden und das wäre ihnen peinlich. Der Punkt, an dem das Internet auf die Schwäche des Menschen trifft, ist die Anonymität, niemand sieht ihn, niemand beobachtet ihn. Das Schamgefühl kann in dem Moment entstehen, wo ich das Internet öffentlich benutze, denn das Schamgefühl ist zutiefst und eigentlich ein soziales Gefühl, d.h. es entsteht erst dann, wenn wir nicht alleine sind, sondern in der Gemeinschaft [im Hadith wird ausdrücklich vor dem Alleinsein gewarnt, denn wer alleine ist, dessen Begleiter ist der Schaitan, heißt es; auch die Vorstellung, in der Nähe Gottes zu leben, erzeugt dieses Gefühl (Ih-ssan)]. die modernen Medien Zielen aber gerade in ihrer Berührung des Sexualtriebes auf den alleine lebenden Menschen - zunächst jedenfalls.

Die Beherrschung meiner Triebe durch Mächte, die an mir verdienen möchten, kann also dadurch verhindert werden, dass ich das Internet in einem gewissen sinne öffentlich benutze. Wenn ich also zu zweit surfe und nicht alleine, ist das Internet öffentlich. Wenn ich es in einem Café benutze, ist es öffentlich, wenn ich es aber zu Hause und alleine benutze, ohne dass mich jemand beobachten kann, bin ich allein mit einer Technik, die es auf die Ausreizung meiner Triebe angelegt hat, bin ich in der Position des Schwächeren. Wenn wir schon nicht um das Internet herumkommen, weil offenbar zur Zeit alles dafür getan wird, die öffentliche Kommunikation auf diese Ebene zu überführen, wollten wir Muslime uns zumindest daran gewöhnen, es so zu organisieren, dass es aus dem intimen Privatbereich herausgenommen wird und in eine öffentliche Sphäre verlegt wird, in der wir uns schämen können - was natürlich auch für andere Medien gelten könnte. Der mehr oder weniger ständige Beschuss mit schamlosen Inhalten führt zur Gewöhnung an Schamloses und lässt die Hemmungen in Bezug auf Entblößung sinken, und lässt eine Annäherung an Zina zu. Was wir momentan in Europa beobachten können, ist nicht allein die Umwandlung des Schamgefühls, es ist die Zerstörung der Ehe durch Zina, ist die Destabilisierung der gesamten Gesellschaft.

Zusammenfassung: Die Sexualität ist in Europa seit den großen Kriegen im allgemeinen nichts mehr, was nur noch zwischen den Ehepartnern stattfindet. Die Sexualität wurde von der Ehe abgekoppelt und in Beziehung zu Gütern gebracht, zumeist aus kommerziellem Interesse - was hat etwa ein Milchprodukt mit einer attraktiven Frau zu tun? Das gefährdet die Partnerbeziehungen der Muslime, die in der Ehe einen bewahrenswerten Wert sehen. die Sexualisierung des Alltags verstärkt nicht den Trieb oder lässt ihn ausleben, wie man denken könnte, sondern mindert ihn einerseits und treibt die Menschen andererseits hin zum Perversen. Die Ablenkung der Partner voneinander, die auch aus der Lebensfremdheit des Perversen entsteht, ist aber ein Weg hin zu Zina. Die Gewöhnung an diese Vorgänge lässt das Schamgefühl sinken, was zur Zeit dramatisch geschieht. Offenbar kommt es darauf an, den Sinn für das Schamgefühl zu bewahren. Wir sollten als Muslime die subtilen Mechanismen dieser Zerstörung kennen, beispielsweise im Internet. Die Revolution des Kommunikationsbereiches führt wahrscheinlich zu tief greifenden Änderungen des Privatbereiches; keine Schutzzone bleibt mehr vor Handy oder Bildschirm verschont, selbst das Gebet nicht. Die Ehe ist auf das Äußerste gefährdet.

Quelle: Al-Islam, Ayyub Mühlbauer

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1 Vgl. z.B. Al-Nawawi, Vierzig Hadithe, Nr 6, in der Übertragung von Ahmad von Denffer, Leicester 1979; auch bei Buchari 2/38

2 Erstaunlicherweise und in der Konsequenz des Gedankens liegend wird der nächste Vers, der sich auf den Besitz der Waisen bezieht, wieder mit der Wendung "nähert euch nicht", la taqrabu, eingeleitet, weil es offenbar die Gier nach Besitz ist, ein Drang also, dem sich die hilflosen Waisen ausgesetzt sehen.

3 Vgl. dazu etwa die Beschreibungen in Hans Falladas Roman "Kleiner Mann was nun?"; Hamburg 1932.

4 Der Roman von Günter Grass "Die Blechtrommel", der Anfang der sechziger Jahre bekannt wurde, enthält einige Szenen, die damals noch für einen Teil der Öffentlichkeit kaum akzeptabel waren, heute aber schon lange niemanden mehr aufregen.

5 Die Fernsehwerbung ist ein auffälliges Beispiel dafür, wie Produkte von der Zahnpasta über Kaugummis bis zur Seife durch Zusammenstellung mit Sexuellem in die Aufmerksamkeitssphäre des Menschen gezogen werden können, obwohl kein Interesse am Produkt besteht.

6 Allerdings auch hier nur eingeschränkt; man schützte die Privatsphäre, um über das Idealbild der "Fürstenfamilie" eine subtile Beherrschung dieser unzugänglichen Sphäre zu erreichen. Die bürgerliche Familie war durchaus nach dem Vorbild feudaler Familien gestaltet.

7 Im Sahih Muslim finden sich mehrere Kapitel zu diesem Thema u a. das für die Raumgestaltung relevante Kapitel über das Verbot, heimlich in ein Haus zu blicken: Sahl ibn Sad as-Sai'di überlieferte, dass eine Person durch ein Loch in der Tür des Hauses des Propheten blickte; der Prophet hatte etwas bei sich, mit dem er seinen Kopf kratzte. Als der Prophet ihn sah, sagte er: Hätte ich gewußt, dass du durch das Loch guckst, dann hätte ich es (das Stöckchen) durch das Loch gesteckt und er sagte: das Einfordern der Erlaubnis ist notwendig als Schutz gegen den unerlaubten Blick." (Muslim 5366, vgl. die engliche Übersetzung von A.H. Sidiqqi).

8 Al-Nawawi, op. cit., Nr. 20.

Quelle: Al-Islam

Warum tragen Musliminnen ein Kopftuch oder einen Schleier?

Warum tragen Musliminnen ein Kopftuch oder einen Schleier?
Verfasst von imdat sezer am Mi, 11/07/2007 - 20:13. Im Heiligen Qur-ân finden wir die Begründung. Gott sagt dort: „Damit sie erkannt und nicht belästigt werden“ (Sure 33 Vers 60). Das bedeutet, dass eine Gottergebene Frau (wörtlich für Muslimin) in der Öffentlichkeit sich so zeigen soll, dass sie „erkannt“ wird als eine Frau, die sich moralischen Werten wie Keuschheit und Treue gegenüber ihrem Mann verpflichtet fühlt und deren Liebe zu Allah größer ist als ihre Liebe zu weltlichen Vergnügungen.

Sie möchte durch die Bedeckung ihrer Schönheit, die vor allem auch in ihren Haaren liegt, also kund tun, dass sie kein Interesse an Flirts hat und keine Beziehungen zu fremden Männern haben möchte, in denen Sexualität eine Rolle spielt.

Die Muslimin, die ein Kopftuch oder einen Schleier trägt, wendet sich somit bewusst ab von allem, was ihre Reinheit beeinträchtigen könnte. Sie will „erkannt“ werden als eine Frau, die den Geboten Allahs folgt, wodurch sie zu innerem Frieden und Glückseligkeit gelangt.
Darüber hinaus möchte sie nicht „belästigt werden“. Das Bedecken ihrer Haare und anderer körperlicher Reize wirkt üblicherweise auf fremde Männer wie ein Signal, das besagt: hier ist eine Frau, die nicht verführt werden will, die sich weigert, ihre Keuschheit zu verletzen.

Ihr Anblick hat somit meistens für Männer die Funktion einer Bremse, so dass sie ihre Augen nicht mehr wild umherschweifen lassen, auf der Suche nach einem sexuellem Kick.

Allah sagt im Heiligen Qur-ân unmissverständlich: „O Prophet ! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Tücher tief über sich ziehen. Das ist besser, damit sie erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist allverzeihend, barmherzig.“ (Sure 33 Vers 60).

Und an anderer Stelle heißt es zur Frage der Kopfbedeckung:
„Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen, und dass sie ihre Reize nicht zur Schau tragen, bis auf das, was davon sichtbar sein muss, und dass sie ihre Tücher über ihren Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Gatten, oder ihren Vätern, oder den Vätern ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Brüder, oder den Söhnen ihrer Schwestern, oder ihren Frauen, oder denen, die ihre Rechte besitzen, oder solche von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen. Und sie sollen ihre Füße nicht zusammenschlagen, so dass bekannt wird, was sie von ihrem Zierat verbergen. Und bekehrt euch zu Allah allesamt, o ihr Gläubigen, auf dass ihr erfolgreich seid.“ (Sure 24 Vers 32).

Bisweilen wird argumentiert, dass im eben zitierten Vers nur gemeint sei, dass muslimische Frauen sich von der Unsitte fernhalten sollen, ihre Brüste zur Schau zu stellen.
Aber zum einen finden wir in der selben Sure Vers 61 die Aussage: „(Was nun) die älteren Frauen (betrifft), die nicht mehr auf Heirat hoffen können, so trifft sie kein Vorwurf, wenn sie ihre Tücher ablegen, ohne ihre Zierde zur Schau zu stellen. Dass sie sich dessen enthalten, ist (aber) besser für sie. Und Allah ist allhörend, allwissend.“ – und mit dem Ablegen der Tücher ist ja wohl nicht gemeint, dass sie barbrüstig umherlaufen dürfen.

Zum anderen ist in dem Vers, den wir vorhin zitierten, ausdrücklich gesagt, dass die muslimischen Frauen ihre Reize verhüllen sollen, „bis auf das, was davon sichtbar sein muss“. Darunter ist zu verstehen, dass muslimische Frauen sich in ihrer Bewegungsfreiheit nicht behindert fühlen sollen.

So darf zum Beispiel ihr Blick nicht versperrt sein. Indes wird oftmals die Frage gestellt, warum die muslimische Frau sich, was ihre Bekleidung betrifft, einschränken muss, nur weil sie dadurch unsittliche Männerblicke abwehren möchte. Wäre es denn nicht Sache des Mannes, sich zu zügeln? Und, umgekehrt, gibt es nicht auch Frauen, die Männern hinterher schauen? Sollten deswegen nicht auch Männer einen Schleier oder eine Kopfbedeckung tragen?

Was die Empörung darüber betrifft, dass Frauen eine gewisse Freiheit aufgeben sollen, nur weil manche Männer sich unverschämt benehmen und Frauen oftmals als Freiwild betrachten, so scheint sie berechtigt. In der Tat wäre kein Schleier, kein Kopftuch von Nöten, wenn alle Männer sich anständig benehmen würden. Und bei einem so heiligen Anlass wie der Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) brauchen Musliminnen auch keine Kopfbedeckung zu tragen, weil jegliche Aufmerksamkeit der Pilger darauf gerichtet ist, Allahs Vergebung und Wohlgefallen zu erlangen.

Im Alltag aber ist die Realität leider nicht so, wie sie wünschenswert wäre. Leidenschaft und Gier sind nicht so leicht aus der Welt zu schaffen. Deswegen muss die islamische Gesellschaft Maßnahmen ergreifen, auftretende sexuelle Reize einzudämmen.

Dadurch sollen Spannungen, die sich durch mangelnde Kontrolle über den sexuellen Trieb ergeben können, abgebaut werden. Allah fordert somit im Heiligen Qur-ân die muslimischen Männern auf, „dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen.“ Denn „das ist reiner für sie“ (Sure 24, Vers 31).

Und in einem anderen Vers heißt es:
„Und nahet nicht dem Ehebruch; siehe, das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg.“ (Sure 17 Vers 33). Ja, Allah verspricht „Vergebung und herrlichen Lohn“ für „Männer, die ihre Keuschheit wahren, und Frauen, die ihre Keuschheit wahren“ (Sure 33 Vers 36).
Aber unter den Muslimen befinden sich bedauernswerter Weise auch Schwache, die ihre Triebe nicht zu zügeln vermögen; und unter denjenigen, die nicht an den Islam glauben, auch solche, die überhaupt keinen Wert auf die Einhaltung von Sittlichkeit legen, ja, sogar manchen, der „sein Gelüst zu seinem Gott“ (Sure 45 Vers 24) nimmt. Dass eine Frau sich vor ihnen verhüllt, um dadurch Männer, denen es an sittlicher Reife fehlt, zu ermahnen, sich zu zügeln, zeitigt oftmals heilsame Wirkung.

Also ist das Gebot des Heiligen Qur-âns, sich die Haare zu bedecken, ein Selbstschutz für die gläubige Muslimin. Sie setzt durch ihr Befolgen des quranischen Gebotes ein deutliches Zeichen, dass sie sich Gott ergeben hat und Seinen Willen höher stellt als die Welt.

Dass sie bereit ist, weltliches Vergnügen aufzugeben um höherer Freuden, solchen, wie sie moralisches Verhalten und spirituelles Tun mit sich bringen. Und dass sie begreift, dass wahre Liebe auch Opfer verlangt:

dadurch, dass sie um ihrer Liebe zu Gott und ihrem Ehemann willen demonstriert, dass sie kein Interesse hat an fremden Männern und ihm treu sein will, beraubt sie sich zwar jener prickelnden Erlebnisse, wie sie ein Sexuelles einschließendes Umgehen mit fremden Männern mit sich bringen, aber sie erlangt dadurch eine tiefere Befriedigung, die weitaus glücklicher macht als unrechtmäßige Beziehungen.

Zudem festigt die Art und Weise, wie sie sich in der Öffentlichkeit kleidet, sowohl ihre Demut und ihre Hingabe an Allah, als auch ihr Verhältnis zu ihrer Familie und der islamischen Gemeinde. Ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstbewusstsein werden gestärkt. Sie verschwendet keine Zeit, sich für Fremde schön zu machen, was beinhaltet, dass sie nicht zum Blickfang für unkeusche Augen wird, die sich an der äußeren Gestalt einer Frau ergötzen möchten.

Dass sie in der Öffentlichkeit dezent gekleidet erscheint, ist also kein Zeichen ihrer Unterdrückung, sondern ein Symbol für ihre Unschuld.

Eine Grenze für Scham muss es geben. Der Islam zieht diese Grenze sehr klar da, wo die Möglichkeit zur Verführung oder zum Verführt-Werden beginnt: dort, wohin die Augen blicken. Der Schleier bzw. das Kopftuch sind jedoch nicht nur eine Maßnahme zur Abwendung von Unsittlichkeit, die von anderen herrühren mag, sondern auch eine Ermahnung an jede Muslimin, die ihre Haare bzw. Teile des Gesichts bedeckt hält, die eigenen Gedanken zusammen zu halten und Abstand zu nehmen von Vorstellungen oder Handlungen, durch die ihre Keuschheit beeinträchtigt würden.

Das Kopftuch, der Schleier sind somit auch Zeichen der Würde der Frau.

Musliminnen machen dadurch sichtbar und erkenntlich, dass sie für den Mann auf der Straße kein Objekt der Begierde sein wollen und dass er nicht über sie verfügen kann.

Ihnen steht aber dem Heiligen Qur-ân zufolge nicht nur das Recht auf Wahrung ihrer Würde zu, sondern der Islam gewährt ihnen über dies alle Rechte, die sie zur vollkommenen Entfaltung ihrer Natur und ihrer Talente benötigt. Zu klären ist aber noch die Frage, ob nur Musliminnen ihre Reize verhüllen sollen, nicht aber islamische Männer. Gewiss lässt sich sagen, dass die Frau rein äußerlich gesehen schöner ist als der Mann. Deswegen ist es für sie wichtiger, ihre Reize zu verbergen. Aber ist es nicht so, dass auch sie Gefallen finden kann an fremden Männern?

In der Tat lehrt der Heilige Prophet Muhammad, Segen und Frieden Allahs auf ihm, dass auch Männer sich unauffällig kleiden und ihre Haare bedecken sollen, wenn sie außer Haus gehen. Er selbst trug dann stets einen Turban. Und die muslimischen Männer (wie auch die Frauen des Islams) sollten seiner Sunna (d.h. Lebenspraxis) nach Möglichkeit folgen. Deswegen ziehen männliche Muslime ebenfalls häufig in der Öffentlichkeit eine Kopfbedeckung an. Jedem Muslim aber, ob Mann oder Frau, steht es frei, die Gebote des Islams einzuhalten oder nicht. Allah sagt im Heiligen Qur-ân: „Lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will“ (Sure 18 Vers 30). Und eindeutig gebietet Allah: „Es soll kein Zwang sein im Glauben“ (Sure 2 Vers 257).

Er sagt aber im Heiligen Qur-ân darüber hinaus, dass der Heilige Prophet Muhammad, Segen und Frieden Allahs seien auf ihm, die Menschen insgesamt dazu auffordern soll, seine Sunna (Lebenspraxis) anzunehmen. So heißt es in der Sure Sure 3 Vers 32: „Sprich: `Liebt ihr Allah, so folget mir; (dann) wird Allah euch lieben und euch eure Fehler verzeihen; denn Allah ist allverzeihend, barmherzig.“
Und an anderer Stelle ist zu lesen: „Wahrlich, ihr habt an dem Propheten Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt.“(Sure 33 Vers 22).

Sich nicht zur Schau zu stellen dadurch, dass man sich besonders reizvoll kleidet und die Figur nicht zu betonen, die Körper-Merkmale besonderer Attraktivität zu bedecken und keinen Anlass für unfromme Wünsche zu bieten, ist für den muslimischen Mann wie die muslimische Frau Pflicht.

Keineswegs aber ist eine Kopfbedeckung, dem Heiligen Qur-ân zufolge, Ausdruck von Aggressivität oder eine Demonstration weltlicher Machtbestrebungen. Sie dient schlicht und einfach der Abwehr von unlauteren Gelüsten.

Sie ist damit fester Bestandteil der islamischen Ethik und ein Gebot der islamischen Morallehre. Sie dient der Aufrechterhaltung der inneren wie äußeren Reinheit und ist ein Mittel, andere darauf hinzuweisen, dass man keinen Gefallen finden will an Unsittlichkeit. Sie ist fester Bestandteil des islamischen Glaubens, und es ist für Muslime unmöglich, das der Sunna (Praxis) zugrunde liegende quranische Schleier-Gebot aufzuheben oder für ungültig zu erklären.

Hadayatullah Hübsch

Über den Schleier

Über den Schleier
Verfasst von imdat sezer am Mi, 11/07/2007 - 20:14. Das Wort "Pardah" bedeutet Vorhang und Schleier, steht im Islam aber für das islamische Moralsystem, für eine bestimmte Lebensweise.

Dieser Aufsatz soll sich vor allem mit dem Schleier beschäftigen, der, da völlig mißverstanden bei Nicht-Muslimen, als das Symbol für die angebliche Unterdrückung und Mißachtung der Frau durch den Islam schlechthin gilt. Aber auch Muslime glauben häufig, der Schleier sei kein "Muß", sei überholt, oder in einer so freizügigen Gesellschaft wie der unseren ganz einfach überflüssig. Dieser Aufsatz soll den Gegenbeweis antreten und aufzeigen, warum der Schleier untrennbar mit dem Islam verbunden ist und für uns Ahmadi-Muslime nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

Das Wort "Islam" bedeutet "Ergebung in den Willen Gottes", was heißt, daß der Gläubige seinen Frieden dadurch findet, daß er seinem Schöpfer gehorsam ist und sich Ihm unterordnet und unterwirft, selbst dann, wenn er den Sinn der Anweisungen des Qur-âns nicht sofort versteht. Ein Muslim, ein gläubiger Mensch, kennt den Willen seines Schöpfers aus dem Qur-ân, der Sunna des Propheten Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf ihm), den Hadith-Büchern, in denen die authentischen Worte des Heiligen Propheten gesammelt sind, zudem, für unsere heutige Zeit, aus den Schriften des Verheißenen Messias und Mahdis, Hazrat Mirza Ghulam Ahmad und den Anweisungen seiner Kalifen.

Der Heilige Qur-ân beginnt die Sure AI-Baqara mit den folgenden Worten:

"Ich bin Allah, der Allwissende. Dies ist ein vollkommenes Buch; es ist kein Zweifel darin; eine Richtschnur für die Rechtschaffenen; die da glauben an das Ungesehene und das Gebet verrichten und spenden von dem, was wir ihnen gegeben haben; und die glauben an das, was wir ihnen gegeben haben; und die glauben an das, was vor dir offenbart ward, und fest auf das bauen, was kommen wird. Sie sind es, die der Führung ihres Herren folgen, und sie werden Erfolg haben." (2:2-6)

Mit diesen Worten erklärt Allah Ta'ala Sein Gesetz, Seine Anweisungen als verbindlich und endgültig. Wer sich Ihm anvertraut, ist rechtgeleitet. Über Pardah schreibt der Heilige Qur-ân in der Sure 24 Vers 32 folgendes:

"Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen, und daß sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muß, und daß sie ihre Tücher über ihren Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Gatten, oder ihren Vätern, oder den Vätern ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Brüder, oder den Söhnen ihrer Schwestern, oder ihren Frauen, oder denen, die ihre Rechte besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen. Und sie sollen ihre Füße nicht zusammenschlagen, so daß bekannt wird, was sie von ihrem Zierat verbergen. Und bekehrt euch zu Allah insgesamt, o ihr Gläubigen, auf daß ihr erfolgreich seid."

Dies wird ergänzt durch den Vers 60 der Sure AI-Ahzab:

"O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Tücher tief über sich ziehen. Das ist besser, da mit sie erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist allverzeihend, barmherzig.

Beide Verse enthalten klare Anweisungen über die Gründe für Pardah und seine Ausführung. Über die Gründe wäre zu sagen, daß sie sowohl spiritueller als auch moralischer Natur sind. Wenden wir uns den spirituellen Gründen zu: Das Lebensziel eines jeden Muslims muß sein, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen und sich ihm durch das Streben nach Vollkommenheit zu nähern; Ihm so zu dienen. Wie sich Allah die gläubigen Frauen vorstellt, teilt Er uns unter anderem in der Sure AI-Azhab Vers 36 mit:

"Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die standhaften Männer und die standhaften Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Männer, die Almosen geben und die Frauen, die Almosen geben, die Männer, die fasten und die Frauen, die fasten, die Männer, die ihre Keuschheit wahren und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren, die Männer, die Allahs häufig gedenken und die Frauen, die Allahs häufig gedenken – Allah hat ihnen Vergebung und herrlichen Lohn bereitet."

Wir fassen also zusammen: Sie sollen gottergeben, gläubig, gehorsam, wahrhaftig, standhaft, Almosen gebend, demütig, keusch sein und Allahs häufig gedenken. Vers 60 der Sure 33 fordert:

"Sie sollen ihre Tücher tief über sich ziehen …, damit sie erkannt … werden."
Das heißt: Eine muslimische Frau soll Schleier tragen, damit sie in der Öffentlichkeit als Muslima erkannt wird. Sie soll sich offen zu ihrem Glauben bekennen und so Standhaftigkeit demonstrieren.

Durch den Schleier ist eine muslimische Frau im Westen natürlich in der Öffentlichkeit vielerlei Unannehmlichkeiten und Demütigungen ausgesetzt. Aber gerade dadurch wird der Schleier, speziell also in unserer Gesellschaft, ein Mittel, uns Gott zu nähern.

Wir demonstrieren im Schleier, für alle Welt sichtbar, unseren Glauben, denn im Gegensatz zu Schal oder Kopftuch kann er nicht als modische Extravaganz mißverstanden werden. Wir üben mit seiner Hilfe tagtäglich Standhaftigkeit, Gläubigkeit und Demut. Eine verschleierte Frau hat Allah bewußt ihre Eitelkeit, ihren Wunsch zu gefallen, von der Gesellschaft anerkannt zu werden (was auch immer man darunter verstehen mag) und ihren Hochmut geopfert. Sie demonstriert ihre Keuschheit, ihren Verzicht auf das leichte, prickelnde Spiel des Flirts öffentlich.

Somit ist der Schleier auch ein öffentliches Bekenntnis zur Familie.

Somit erinnert der Schleier die Trägerin aber auch ständig daran, daß sie Muslima ist und erleichtert ihr somit die Übungen des Dhikr, des ständigen Betens zu ihrem Schöpfer.

Der Schleier ist also ebenso ein Mittel, größere Nähe zu Allah zu erlangen, wie das Verrichten freiwilliger Gebete oder das Fasten an nicht vorgeschriebenen Tagen. Es ist ein bewußter Akt der Unterwerfung und des Gehorsams. Die Frauen des Heiligen Propheten und die des Verheißenen Messias trugen Schleier. Der Heilige Qur-ân nennt sie in Sure 33:7 unsere "Mütter". Seiner Mutter schuldet der Gläubige Respekt und Gehorsam. Eine Mutter prägt durch ihr Vorbild, erzieht und leitet. Allah Ta'ala hat im Qur-ân also für die Frauen des Propheten den Begriff "Mutter" gewählt, um auf ihre Stellung als Vorbilder für das islamische Frauenbild aufmerksam zu machen.

Pardah, das Tragen eines Schleiers, hat aber auch etwas mit der Verantwortung des Einzelnen, in diesem Fall: der Frau in der Gesellschaft zu tun.

Allah hat jedem Menschen Verantwortung zugeteilt; der Heilige Prophet Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) belehrt uns darüber wie folgt:

"Jeder von euch ist ein Hirte, und jeder von euch ist für die anvertraute Herde verantwortlich. Der Imam, der die Leute leitet, ist ein Hirte und verantwortlich für die ihm anvertraute Herde. Der Mann ist ein Hirte für die Leute seines Haushalts und verantwortlich für die ihm anvertraute Herde. Die Frau ist Hirtin des Hauses ihres Gatten und seiner Kinder und für diese verantwortlich." (Buchari)

Und des weiteren:

"Wenn eine Frau die fünf Gebete verrichtet, im Fastenmonat fastet, ihre Scham hütet und ihrem Gatten folgt, mag sie in das Paradies eintreten, durch welches Tor sie will." (Anas, Mischkat)
Somit ist die Frau für ihre Familie, deren Wohlergehen und die Wahrung ihrer Keuschheit und in diesem Zusammenhang ihres guten Rufes verantwortlich. Sie trägt aber, soweit ihr Leben das anderer Menschen tangiert, auch Verantwortung für ihre Mitmenschen, soweit ihr Tun und Lassen andere beeinflußt. Der Heilige Prophet Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf ihm) hat uns darüber folgendermaßen belehrt:

"Der Gläubige ist für den Gläubigen wie ein Gebäude, dessen einer Teil den anderen stützt." Dann verschränkte er seine Finger. (Buchari, Muslim)

Und:

"Wahrlich, Taten werden nach ihren Absichten gerichtet und für jedermann gibt es eine Belohnung gemäß seiner Absicht." (Buchari)

Und weiter:

"Bei Gott, Der mein Leben in Seiner Hand hält, keiner von euch kann ein treuer, gläubiger Muslim sein, wenn er nicht für seinen Bruder wünscht, was er für sich selber möchte." (Buchari)
Womit ich zu den moralischen Gründen für das Schleiertragen komme. Der Heilige Qur-ân lehrt uns, daß Allah Ta'ala die Menschen in Paaren, also als etwas sich Ergänzendes, Zusammengehörendes erschaffen hat und zwischen sie Liebe, zu der auch die sexuelle gehört, gelegt hat. Allah erlaubt aber die sexuelle Liebe zwischen Mann und Frau nur innerhalb der Ehe. Da Taten, wie wir aus obigem Hadith erfahren, nach ihren Absichten beurteilt werden, ist bereits der Wunsch nach einer fremden Frau verboten. Der Heilige Prophet lehrt Hazrat Ali:

"Ali, laß dem ersten Blick nicht einen zweiten Blick folgen, denn der erste ist deiner, der zweite aber nicht, d.h. vom Schaitan."
(Abu Dawud)
Es liegt in der Natur der Sache, daß eine verschleierte Frau weniger sexuelles Interesse erweckt als eine unverschleierte Frau. Eine Frau, die sich verschleiert, übernimmt damit auch ein Stück moralische und spirituelle Verantwortung für ihre männliche Umwelt, indem sie diese daran hindert, vom rechten Weg abzukommen.

Der richtig angelegte Schleier signalisiert jedem Mann, daß seine Trägerin ihr Leben Gott geweiht hat und an weltlichen Affairen nicht interessiert ist.

Welche wichtige Bedeutung Allah Ta'ala dern Schleier innerhalb des islamischen Moralsystems zukommen läßt, ist aus folgendem Hadith zu ersehen:

"Asma Bint Abu Bakr (Hazrat Mohammads Schwägerin) kam zu Allahs Gesandten, als sie durchsichtige Kleider trug. Da wandte Allahs Gesandter von ihr ab und sagte: »Asma, wenn eine Frau die Pubertät erreicht, schickt es sich nicht, daß irgendetwas von ihr zu sehen ist außer diesem und diesem«; und er zeigte auf sein Gesicht und seine Hände." (Abu Dawud)
Ich denke, es dürfte jedem einleuchten, daß das Pardah Fremden gegenüber noch strenger sein muß als das vor dem Schwager. Wie bindend auch die Vorschriften und die Lebensweise des Heiligen Propheten sind, lehrt uns der Qur-ân mit folgenden Worten:

"Wahrlich, ihr habt an dem Propheten Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt." (33:22)
Und:
"Und es ziemt sich nicht für einen gläubigen Mann oder eine gläubige Frau, wenn Allah und Sein Gesandter eine Sache entschieden haben, daß sie in ihrer Angelegenheit eine Wahl haben sollten. Und wer Allah und seinem Gesandten nicht gehorcht, der geht wahrlich irre in offenkundigem Irrtum." (33:37)
Und weiter:
"Und du besitzest ganz sicherlich hohe moralische Eigenschaften" (68:5)
Der Verheißene Messias und Mahdi Hazrat Mirza Ghulam Ahmad, dessen Ankunft der Heilige Prophet Muhammad prophezeite, schreibt zu Pardah in seinem Buch »Die Philosophie der Lehren des Islams«:

"Die göttliche Unterweisung ist daher nicht, daß wir wohl auf fremde Frauen blicken, ihre Schönheit und ihren Schmuck und ihr Gehen und Tanzen betrachten dürfen, solange wir es aus reinem Herzen tun, oder daß es wohl erlaubt sei, ihre süßen Gesänge oder die verführerischen Gesschichten über ihre Schönheit anzuhören, vorausgesetzt, daß wir alles aus reiner Absicht tun, sondern es ist ganz und gar nicht erlaubt, auf sie zu blicken, noch ihren verführerischen Stimmen Gehör zu schenken, mit oder ohne gute Absichten. Wir müssen uns von allem fernhalten, was uns verführen könnte, genauso, wie wir uns des Aasessens enthalten. Begehrliche Blicke können mit ziemlicher Sicherheit früher oder später zu unserem Fall führen. Weil Gott der Allmächtige wünscht, daß unsere Augen, Herzen, Gedanken und Glieder fortgesetzt in einem Zustand der Reinheit bleiben sollten, hat Er uns diese ausgezeichnete Lehre gegeben. Wer kann daran zweifeln, daß ungezügelte Blicke eine Gefahr darstellen?"
Wir sehen, der Schleier als Bestandteil des islamischen Moralsystems schützt die Reinheit seiner Trägerin und die des (un-)gewollten Betrachters und dient somit dem Schutze der Familie. In der Bundesrepublik Deutschland wird zur Zeit jede dritte Ehe geschieden – bei steigender Tendenz. Diese Zahl enthält nicht die Dunkelziffer der getrennt lebenden Ehepaare, die sich zum Beispiel aus finanziellen Gründen anders arrangiert haben.

Da aber die Familie die kleinste Zelle, der Baustein der Gesellschaft, ist, in der soziales Verhalten geübt wird, ist ein Volk, dessen Familien zerstört sind, in ernsthafter Gefahr. Der Zusammenhang zwischen den sich ständig lockernden Moralvorstellungen und den ständig ansteigenden Scheidungsziffern ist wohl nicht zu leugnen.

Vers 5 und 6 der Sure AI-Baqarah lauten:

"Und die glauben an das, was dir offenbart worden, und an das, was vor dir offenbar ward, und fest auf das bauen, was kommen wird. Sie sind es, die der Führung ihres Herrn folgen, und sie werden Erfolg haben."
Auf Pardah bezogen bedeutet das: Das Volk, das gläubig und moralisch einwandfrei lebt, und somit seine Familien schützt, wird erfolgreich und gesegnet sein..

An das Ende dieses Aufsatzes möchte ich zwei Aussprüche des Heiligen Propheten des Islams, Mohammad Mustafa, Friede und Segen Allahs seien auf ihm, dem »Khatam-nabiyyen«, d.h. dem Siegel des Prophetentums, stellen:

"Allah spricht: Nichts, wodurch sich mein Diener Mir nähert, ist mir lieber, als was Ich ihm als Pflicht auferlegte. Doch Mein Diener hört nicht auf, sich Mir durch freiwilliges Tun zu nähern, bis Ich ihn dafür liebe; dann bin Ich sein Ohr, mit dem er hört, und sein Auge, mit dem er sieht, seine Hand, mit der er etwas ergreift, und sein Fuß, mit dem er geht." (Buchari)
(Dies ist ein sog. Hadith-Qudsi, d.h. eine Offenbarung, die Allah dem Heiligen Propheten Muhammad (Frieden und Segen Allah seien auf ihm) gewährte, die Gott indes nicht als dem Gesetzbuch des Qur-âns zugehörig bezeichnete).

Und weiter:

"Ein Teil meiner Gemeinschaft wird nicht aufhören, für die Wahrheit zu kämpfen, und sie werden den Sieg über ihre Gegner davontragen." (Abu Dawud, Mischkat).

Rabia Yalniz